Ein-Kind-Mama

Warum ich gerne eine Ein-Kind-Mama bin

Auch wenn ich gerne eine Ein-Kind-Mama bin, möchte ich gleich vorneweg sagen, ich finde Großfamilien (oder Familien mit einem Geschwisterkind) richtig toll und bewundere die Eltern immer wie sie das alles wuppen, aber für mich wäre es nichts.

Als Einzelkind aufgewachsen

Ich selbst bin auch ein Einzelkind, aber da meine Cousine fast im gleichen Alter wie ich ist, wuchsen wir quasi wie Geschwister zusammen auf. Wir waren jeden Tag zusammen und ich fand es richtig toll. Später war noch unsere jüngere Cousine dabei und wir waren ein richtig tolles Gespann. In dem Dorf in dem ich aufwuchs, waren auch immer viele Kinder da und ich weiß wie toll das ist. Deshalb finde ich es auch schön wenn Geschwister da sind, aber…warum dann trotzdem lieber eine Ein-Kind-Mama?

Das Leben mit Kindern

Bevor ich Mutter wurde sah ich das Ganze ziemlich blauäugig. Ach das kann ja nicht so schwer sein eine Mutter zu sein. Das Kind wächst in der Familie ganz locker auf, ohne Probleme, das ist alles ganz easy…ja von wegen! So einfach ist das nicht. Ein Kind stellt das ganze bisherige Leben komplett auf den Kopf. Fast nichts ist mehr wie vorher. War man zuvor ein spontaner Akteur, so muss man jetzt planen. Dieses liebenswerte neue Erdenkind braucht volle Aufmerksamkeit und man ist quasi im Dauereinsatz. Mal sind es große, mal kleine Sorgen. Das Schöne überwiegt, aber man darf nie aus den Augen verlieren das man fortan eben nicht mehr alleine durch die Welt zieht. Nein, da tapsen noch zwei kleine Füßchen nebenher :-).

Gerade in der Babyzeit ist man extremst eingespannt. So ein niedliches Wesen fordert einen wirklich sehr. Auch den Schlafmangel sollte man nicht unterschätzen. Ich ging manchmal echt an Krücken. Ein Kind ist Liebe, aber auch viel Verantwortung und es kostet auch den ein oder anderen Nerv ;-).

Im Kleinkindalter kommt dann die berühmte Trotzphase dazu. Nicht einfach, aber man darf nicht aufgeben. Diese Zeit ist wichtig für Kinder und auch wenn man oft fluchend durch die Wohnung rennen möchte, man darf nie vergessen, für die Kleinen ist diese Zeit auch nicht einfach. Sie ist anstrengend für alle Beteiligten.

Die Schulzeit ist dann erneut eine Herausforderung. Es kommen neue Erkentnisse dazu und unsere Kinder brauchen uns. Wir müssen mit ihnen lernen, ihre Sorgen annehmen und sie unterstützen.

Das alles geht über in die Pupertät, die ein gewaltiger Schub für Kinder ist. Noch nicht richtig erwachsen, aber schon sehr selbstständig. Die Welt erneut mit anderen Augen sehen, das ist ein Weg den sie nicht alleine gehen können. Wieder sind wir Eltern gefragt und sollten auch in schwierigen Zeiten zu unseren Kindern stehen.

Ein Kind aufzuziehen ist ein Weg den man niemals unterschätzen sollte. Man braucht viel Kraft, Verständnis, Ruhe und Liebe im Herzen. Und auch wenn die Kinder später sschon aus dem Hause sind, sie brauchen uns trotzdem manchmal noch. Einmal Eltern, immer Eltern.

Warum glückliche Ein-Kind-Mama?

Mal davon abgesehen das ich gesundheitlich gar kein zweites Kind haben dürfte, selbst wenn ich könnte, ich möchte es nicht. Ich liebe meine Tochter über alles und freue mich riesig sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, aber oft merke ich, dass ich körperlich und auch psychisch an meine Grenzen komme. Als sie ein Baby war litt ich sehr unter dem Schlafmangel (in Verbindung mit meiner Angststörung war das echt fatal). Ich war wirklich froh als Mausi dann zum ersten mal 6 Stunden am Stück durchschlief.

Als sie mobiler wurde kam ich mit meiner Behinderung kaum hinterher. Ich hatte ständig Angst ich wäre nicht schnell genug und könnte sie nicht schützen. Kein schöner Gedanke :-(. Aber es klappte doch irgentwie, grins.

Jetzt wird Mausi bald vier Jahre alt und wir sind zu einem tollen Team zusammengewachsen. Sie geht in den Kindergarten was ihr riesigen Spaß macht, hat sogar schon Freundinnen gefunden, worüber ich mich sehr freue. Ich habe auch wieder etwas mehr Zeit für mich alleine, das fehlte mir ehrlich gesagt schon ab und zu. Mausi geht abends gegen acht ins Bett und schläft (bis auf Ausnahmen) bis zum nächsten Morgen (12 Stunden) durch. Das heißt, ich habe abends wieder Zeit für mich. Auch mehr Schlaf bekomme ich ab, lach, ach was bin ich froh :-D. Das alles ist mir wichtig. Ich bin gerne Mutter, aber auch einfach nur (Ehe-)Frau.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen nochmal von vorne anzufangen.

Komischerweise fragte Mausi auch nie nach einem Geschwisterchen, oder äußerte den Wunsch danach. Ob Kinder spüren wenn die Eltern glücklich sind so wie es ist? Denn auch mein Mann ist glücklicher Ein-Kind-Papa :-). 

Wie ist das bei Euch? Seit Ihr auch glücklich mit einem Kind,
oder liebt Ihr Eure Großfamilie (bzw. mit einem Geschwisterkind) so wie sie ist?

P.S.: Den Spruch: “Ein Kind ist kein Kind” finde ich absolut daneben.
Natürlich ist EIN Kind auch ein Kind und braucht genauso wie mehrere Kinder
volle Aufmerksamkeit und Liebe.

About Nicole

Baujahr 1975, Mama von Mausi (09/13), altmodisch im Denken (eckt deshalb häufig an, steht aber dazu), liebt Landleben/hasst Städte, Leben&Leben lassen ;-). Ich schreibe bei LiNiChri über alles was mit Kindern zu tun hat, aber auch ein bisschen über meine Angsterkrankung und HSP.

3 Kommentare

  1. Wir haben drei Kinder und jetzt diesen Punkt erreicht wie du ihn beschreibst: Jetzt nochmals von vorne? Nein. Aber bei mir stand fest dass es mindestens drei bis vier werden, aber nachdem Junior behindert zur Welt gekommen ist, waren wir uns auch sicher: das war’s. Ich finde das jeder soviel Kinder beginnen sollte wie er möchte. Wir sind eine Großfamilie, meine Schwägerin hat 8 Kinder, mein Schwager beim Kinder, es ist immer was los bei uns. Meine Frau hat auch 7 Geschwister. So viele hatten mich aber auch echt sehr gefordert. Die Anzahl der Kinder sollte jeder selbst treffen ohne Rücksicht auf die Meinung anderer zu nehmen.

  2. Liebe Nicole,
    ich habe deinen Artikel über die Kellerbande gefunden. Und, ja, ich kann dich total verstehen. Besonders als späte Mama, wie ich es bin, ist die Entscheidung für oder gegen ein zweites Kind keine leichte. Denn, tick-tack. irgendwann wird sie mir abgenommen.

    Liebe Grüße,

    RiskyMum Tanja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.