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Gastbeitrag – 10 gute Gründe, Dein Baby zu tragen

Heute habe ich wieder einen ganz tollen Gastbeitrag von Hanna für Euch. Es geht ums Thema Babys tragen. Ich wollte das ja eigentlich auch machen, aber mein Rücken machte leider nicht so mit wie ich wollte.

Hanna ist irgendwas in den 30ern und bloggt seit ihrer Schwangerschaft mit dem Rubbelbatz (19 Monate) auf dem gleichnamigen Familienblog. Vor kurzem hat sie außerdem eine Seite zum Thema Baby Led Weaning ins Leben gerufen.

Auf Facebook findet Ihr sie hier: https://www.facebook.com/rubbelbatz/ bzw. hier: https://www.facebook.com/Babyled-Weaningde-1638764546418388/

10 gute Gründe, Dein Baby zu tragen

Mein Sohn war ein Tragling. Es hat nur wenige Tage gedauert, bis wir festgestellt haben, dass wir gute Tragetücher und Babytragen brauchen, weil er sich nur so wirklich beruhigen und tagsüber gut schlafen kann. Obwohl wir uns vorher nicht über das Babytragen informiert hatten, hat uns unser Sohn sehr schnell darüber belehrt, warum Babys getragen werden sollten. In unserem Fall müssen. Es war für uns der einzig praktikable Weg, damit er nicht ständig weinte und schrie. Ich glaube, ohne das Tragen hätten wir ein Schreibaby gehabt.

Doch was ist mit Kindern, die sich weniger energisch für das Tragen einsetzen? Es gibt sie ja, die Kinder, die von Anfang an zufrieden in der Wiege liegen, im Babybett oder im Kinderwagen. Die einfach die Augen zumachen und einschlafen, wenn sie müde sind. Oft beneide ich die Eltern solcher Kinder.

Trotzdem möchte ich heute allen Eltern, deren Kinder das Tragetuch nicht unbedingt benötigen, heute etwas nahelegen: Probiert es trotzdem aus! Auch für euch und eure Kinder bietet Tragen eine so gute Ergänzung zum Kinderwagen! Und ja, es gibt einige wenige Kinder, die die Enge einer Trage wirklich nicht mögen. Aber die meisten mögen nur den Moment des Eingebunden-Werdens nicht und sind danach zufrieden und seelig im Tuch.

Ich habe es kürzlich wieder selbst gesehen: Eine gute Freundin von uns hat eines dieser ruhigen, selbstzufriedenen Babys, die den Kinderwagen mögen. Wir haben ihr unsere Ergobaby-Adapt Trage mitgebracht und ich half ihr, ihren kleinen Knirps das erste Mal einzubinden. Sie war wirklich überrascht, wie zufrieden er sofort mit dem Kopf an ihrer Brust einschlummerte und wie bequem und innig dieses Gefühl für sie selbst war. Das nächste Mal, als wir uns außerhalb ihrer Wohnung trafen, hatte sie ihn wieder in der Trage.

Doch warum ist Tragen eigentlich so positiv für alle Beteiligten? Hier einmal die zehn größten Vorteile des Babytragens auf einen Blick:

  1. Tragen ist natürlich
  2. Tragen fördert Körperkontakt
  3. Tragen sorgt für ausreichend Schlaf
  4. Tragen schont die Nerven
  5. Tragen stärkt die Bindung
  6. Tragen fördert die motorische Entwicklung
  7. Tragen fördert die kognitive Entwicklung
  8. Tragen ist praktisch und beruhigend
  9. Tragen stärkt Deinen Rücken
  10. Tragen eröffnet Freiheiten

    Tragen ist natürlich

Kinderwägen gibt es erst seit etwa 100 Jahren und nur in der westlichen Zivilisation. In anderen Kulturen und zu früheren Zeiten haben die Menschen ihre Babys getragen, bis sie selbst laufen konnten. Und immer wieder wurden dafür verschiedene Arten von Tragehilfen, vor allem Tücher, benutzt. Aber auch für das Tragen auf der Hüfte, also ohne Tragehilfe, sind Frauen und Babys / Kleinkinder perfekt angepasst. Frauen haben eine schmale Taille und eine Breite Hüfte und Babys ziehen automatisch ihre Knie nach oben, wenn sie hochgenommen werden: Sie sind bereit für den Hüftsitz.

Tragen fördert Körperkontakt

Körperkontakt ist für die Entwicklung von Säuglingen ungemein wichtig. Vor allem Hautkontakt fördert Babys und macht sie zufrieden. Neben der permanenten körperlichen Nähe ist auch ein Haut- und Augenkontakt während des Tragens um ein Vielfaches häufiger. Ich weiß nicht, wie oft ich meinen Sohn schon auf den Kopf geküsst habe, während er vorne oder seitlich in der Trage war.

Tragen sorgt für ausreichend Schlaf

Die meisten Babys überprüfen in regelmäßigen Abständen, ob die Schlafsituation noch sicher ist. Die Definition von sicher und die Grenze, wann sie aufwachen, sind dabei sehr individuell. Eins ist jedoch sicher: Jedes Baby, das in der Trage eingeschlafen ist, empfindet die Situation weiterhin als sicher, wenn es noch in der Trage ist. Das leichte Schunkeln bei den Bewegungen, der Herzschlag von Mama oder Papa…unser Kleiner ist schon viele Male wieder eingeschlafen, einfach weil wir weiter gelaufen sind.

Tragen schont die Nerven

Das Weinen oder Nörgeln eines Babys geht an die Substanz. An die nervliche Substanz. Das ist evolutionsbiologisch sinnvoll, kann Eltern aber wirklich zur Weißglut treiben. Vor allem in Schubzeiten wollen viele Babys ununterbrochen auf den Arm und sind vielleicht sogar da noch unzufrieden. Ich hätte die ersten sechs Baby-Monate sicherlich nicht überlebt, ohne meine Tragetücher.

Tragen stärkt die Bindung

Eines halte ich für fast ausgeschlossen: Ein Tragebaby mit Bindungsstörung. Denn die Nähe und Geborgenheit – für beide Beteiligten – die beim Tragen entsteht, sorgt für eine sichere und feste Bindung. Bei der Mutter zum Beispiel werden dabei Hormone ausgeschüttet, die unter anderem die Milchbildung fördern. Ein Baby kann zufrieden den Duft und Herzschlag der Mutter genießen und sich absolut sicher fühlen in dieser neuen, unbekannten Welt.

Tragen fördert die motorische Entwicklung

Mit jedem Schritt, den wir mit Kind im Tuch gehen, ist auch das Kind in Bewegung. Das stärkt die Muskulatur. Außerdem nehmen Babys im Tuch oder einer guten Tragehilfe eine Anhock-Spreiz-Haltung ein. Das sorgt für eine gesunde Hüft-Entwicklung und kann sogar eine Spreizhose ersetzen.

Tragen fördert die kognitive Entwicklung

Synapsen entstehen durch Eindrücke, durch Erfahrungen aller Sinne. Die Aussicht aus einem Kinderwagen ist für Babys, die noch nicht sitzen können, recht bescheiden: Himmel, Laterne, Baum, Gesicht, Himmel, Hausdach, Laterne, Himmel,… Das kann manchmal wirklich entspannend sein, wenn nicht so viele Reize auf das kleine Gehirn einprasseln. Beim Tragen dagegen eröffnet sich eine ganze Welt voller Eindrücke – von der es selbst entscheiden kann, wann sie wie viel davon wahrnimmt. Denn im Zweifel kann es sich immer an Mamas Brust verstecken oder einfach ein Nickerchen halten.

Tragen ist praktisch und beruhigend

Wer trägt, hat zwei Hände frei. Nur ein friedlich im Bett schlafendes Kind eröffnet mehr Bewegungsfreiheit. Allerdings muss man dann sicherstellen, dass es ihm gut geht. Dafür gibt es teure Babyphone mit Sensormatte und Alarmen. Für mich als Tragemama war das ganz einfach: Ich habe ganz unmittelbar gespürt, dass es meinem Baby gut geht.

Tragen stärkt deinen Rücken

Es gibt ein Gerücht, dass Tragen auf den Rücken geht. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Wenn man sein Baby von Anfang an regelmäßig trägt, wachsen die Rückenmuskeln mit. In meinem Fall haben sogar meine Rückenschmerzen aufgehört – zumindest bis zum Ende der Tragezeit.

Tragen eröffnet Freiheiten

Treppen, Menschenmengen und andere Kinderwagen-Hindernisse in der Großstadt, unebenes Gelände auf dem Land, ganz egal. Mit Kind im Tragetuch kommst Du überall hin. Wenn Dein Kind schon selber laufen will, aber zwischendurch nicht mehr kann: Mit Trage kein Ding. Im Flugzeug passen Tragen ins Handgepäck, im Gebirge sind sie die einzige Möglichkeit, ein Baby mitzunehmen. Egal, was Du vorhast, mit einer Trage bist Du immer gut beraten – und mit einem Kind, das daran gewöhnt ist, auch mal getragen zu werden!

Mehr Infos zum Tragen findet ihr auf meiner Seite Tragewelt. Ich freue mich, wenn Ihr vorbei schaut!

“Vielen Dank liebe Hanna für diesen tollen Beitrag”

Tragt Ihr Eure Babys/Kinder auch so gerne,
oder klappte es aus verschiedenen Gründen nicht so?

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