Erziehung in unserem Alltag – Teil 6; Trennungsschmerz im Kindergarten

Trennungsschmerz im Kindergarten, dieses Thema ist bei uns zur Zeit wieder aktuell.  Ich muss aber gleich zu Anfang schon sagen, ein Patentrezept habe ich noch nicht gefunden, ich erzähle Dir aber trotzdem wie ich mich in der Situation verhalte.

Trennungsschmerz

Trennungsschmerz im Kindergarten

Vielleicht kensst Du das auch. Du bringst Dein Kind in den Kindergarten und es möchte absolut nicht das Du gehst. Es klammert sich an Dich, weint und sagt auch deutlich das Du dableiben sollst. Ich persönlich finde das immer ganz schlimm. Es macht mich traurig, weil ich nicht genau weiß wie ich mich verhalten soll. Geht es nach den Erziehern/innen, dann soll man trotzdem gleich gehen, die Kinder beruhigen sich wieder. Aber ich kann das NICHT. Wenn ich mir vorstelle das würde ein geliebter Mensch mit mir machen, ich würde mich verlassen von ihm fühlen und könnte ihm nicht mehr vertrauen. Klar weiß ich nicht ob die Kinder auch so denken, aber warum nicht? Und genau dieses „Warum nicht?“ hält mich auf einfach zu gehen. Es fühlt sich einfach nicht gut für mich an und ich mag mein Kind nicht weinend zurücklassen. Was also tun?

Zum/r Erzieher/in bringen

Zu Beginn, als in der Eingewöhnungsphase klappte das bei Lilli gut. Bei ihr ist es nämlich so habe ich bemerkt, ist sie neu in einem Kindergarten, dann ist noch alles spannend. Kaum kennt sie sich aber aus und die Routine kommt, dann verliert sie irgendwie die Lust, ihr scheint langweilig zu sein. Was ich aber wieder nicht verstehe ist, dass sie trotzdem immer mittags erzählt es war toll. Sie hätte dies und jenes gespielt, wäre im Bewegungsraum gewesen und wäre im Garten Wackelfahrrad gefahren. Vielleicht täusche ich mich auch und es st gar keine Langeweile, sondern einfach nur das Bewusstsein das ich jetzt weggehe. Aber das weiß sie doch von Anfang an. Ich kann es mir nicht erklären.

Sobald die Eingewöhnungsphase vorbei ist und Lilli nicht mehr möchte das ich gehe, bringt es auch nichts mehr das ich sie zur Bezugsperson bringe. Sie lässt sich von ihr nicht abholen, besteht trotzdem darauf das ich bleibe. Versucht die Bezugsperson sie auf den Arm zu nehmen, dann wehrt sie sich. Auch auf alles was sie sagt geht Lilli nicht ein. Nur Mama ist wichtig. Bringt mich also nicht weiter.

Versuchen Lösungen zu finden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die ich immer wieder versuche. Ich sage zum Beispiel das es ein Kindergarten und kein Mamagarten ist und sie muss mich hier schnell rausschieben. Dann bringt sie mich zur Tür, sagt Tschüss, gibt mir einen Bussi und schiebt mich einfach raus. Leider geht auch das nicht immer.

Zweite Variante ist: mal sehen wer am schnellsten an der Tür ist. So eine Art kleines Wettrennen und wer verliert muss heimgehen. Sie gewinnt immer und ich kann gehen. Auch ab und zu eine Lösung.

Oder das Winkefenster. Dort steht sie dann mit der Bezugsperson und winkt zum Abschied. Das klappt aber in den seltensten Fällen.

Am besten ist es habe ich gemerkt, wenn sie bereits Freundschaften im Kindergarten geschlossen hat. Dann bringe ich sie zur Freundin und kann gleich gehen. Leider hat sie im neuen Kindergarten noch keine Freundin gefunden.

Einfach gehen?

Wie ich oben bereits schrieb, für mich keine Option. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass ich länger im Kindergarten bleibe wie es gerne gesehen wird. Mir ist das unangenehm, aber lieber bin ich mit meiner Tochter im Reinen, als das ich einfach gehe und damit den Kindergarten glücklich mache. Deshalb werde ich jetzt mal versuchen früher mit ihr in den Kindergarten zu gehen, damit ich morgens mehr Zeit für sie habe. Bisher kamen wir immer pünktlich um neun dort an. Aber da beginnt halt schon der reguläre Kindergartenbetrieb. Meistens dauert es aber so eine halbe Stunde bis ich gehen kann. Deshalb ab jetzt einfach früher hin. Ich hoffe das nimmt ein bisschen den Druck aus allem.

Kennst Du diese Situation im Kindergarten auch?
Wie verhältst Du Dich dann und hast Du vielleicht Tipps für mich?

Im nächsten Teil gehts weiter mit dem Thema: Ich will noch nicht heim (vom Kindergarten).

 
 
 
 

About Nicole

Baujahr 1975, Mama von Mausi (09/13), altmodisch im Denken (eckt deshalb häufig an, steht aber dazu), liebt Landleben/hasst Städte, Leben&Leben lassen ;-).

8 Antworten

  1. Ella sagt:

    Liebe Nicole,

    das Probelm hatte ich mit meiner Jüngsten im alten Kindergarten in Deutschland auch. Und ich schiebe es wirklich auf die Erzieher und die allgemeine Situation im Kindergarten. Hier im neuen österreichischen Kindergarten sind die Erzieherinnen viel engagierter, machen mehr mit den Kinder. Hier kommt keine Langeweile auf. Im alten Kindergarten haben die Erzieher die Kinder mehr sich selbst überlassen. Die anfängliche Bezugsperson kam immer später als wir, das war während der Eingewöhnung noch ok, aber dann halt problematisch. Und ich hatte das gleiche Problem wie du: Ich war nicht angestellt, musste nicht dringend weg und bin dem Kind zu Liebe gerne etwas geblieben, was die Erzieherinnen natürlich nicht gerne gesehen haben. Aber anstatt etwas mit meiner Tochter zu machen und sie zu integrieren, saß sie meist alleine an einem Tisch und hat ein Spiel gespielt. Wenn dann andere Kinder dazu kamen konnte ich langsam gehen. Aber meiner Meinung nach haben da die Erzieherinnen einfach versagt. Das es anders geht, weiß ich mittlerweile. Vielleicht kannst eine dir sympathische Erzieherin rauspicken und das Problem besprechen, dass du dir wünschen würdest, dass sich deine Tochter morgens besser aufgenommen fühlt. Wenn ihr gemischte Gruppen habt, kann vllt auch ein Vorschulkind um Tutoring für deine Kleine gebeten werden, damit sie ein Kind als Bezugsperson bekommt, dass zumindest in der ersten halben Stunde sich um die Süße kümmert. Meistens freuen sich die Älteren ja über so eine Aufgabe. Liebe Grüße, Ella

    • Nicole sagt:

      Hallo Ella,

      ganz lieben Dank für Deine Antwort und die Ideen. Ich weiß gar nicht ob das bei uns im Kindergarten mit den Vorschulkinder geht, aber ich werde die Idee mal aufgreifen. Liebe Grüße, Nicole.

  2. Bei meiner Tochter hilft das Winkefenster sehr gut. Ich muss aber auch sagen, dass sie immer sehr gerne gegangen ist und erst letztes Jahr, als ihr Papa und ich uns getrennnt haben, eine zeitlang Probleme hatte. Trotzdem gehört das Winken fest dazu und danach sehe ich sie fröhlich in ihr Gruppenzimmer hüpfen.

    • Nicole sagt:

      Hallo Kleinstadtlöwenmama,
      ganz lieben dank für Deinen Kommentar, ich freue mich sehr darüber.
      Das Winkefenster ist wirklich schön, aber scheinbar für Lilli nicht so die Lösung. Heute waren wir früher dort und ich wartete einfach im Vorraum noch ein bisschen. Sie war dann beruhigt und ich konnte auch gehen. Mal schauen ob wir das so jetzt immer machen.
      Liebe Grüße, Nicole.

  3. Stella sagt:

    entschuldige die Tippfehler!

  4. Stella sagt:

    Ich habe da echt den Horror durch. Meine Kinder gegen nänlich NICHT gerne. Bei uns ist es auch nicht nur beim bringen „toll“ war es auch beim abholen nie.
    Woran es liegt? Ich denke da sie Zwillinge sind fehlt ihnen auch zugause kein Spielkamerad. Sie sind einfach lueber zuhause. Ohne „einfach gehen“ würde ich sie keinen Tag im Kiga lassen können.
    So Kinder gibt es auch. Eine Alternative haben wir aber nicht…
    Weiss da leider auch keinen Rat. Bei dir scheint es ja eher die Trennung an sich zu sein und danach hat sie Spass? Vielleicht ist es dann wirkluch leichter das Ganze bicht in die Länge zu ziehen?
    Schwieriges Thema finde ich. Es bricht einem das Mutterherz…

    • Nicole sagt:

      Hallo Stella,
      ganz lieben Dank für Deinen Kommentar. Ja ist ist in der Tat ein schwieriges Thema. Ich kann verstehen das es in Deinem Fall nicht anders geht. Kinder sind da wirklich verschieden und wie Du schon sagst, Deinen Beiden fehlt ja der Kinderkontakt nicht, sie wären halt lieber zuhause. Bist Du berufstätig?
      Ich denke schon das Lilli Spaß dort hat, aber trotzdem bringe ich es nicht übers Herz einfach zu gehen. Da ich zur Zeit nicht berufstätig bin, habe ich halt auch den Vorteil, dass ich es langsamer angehen lassen kann, mir also nicht der Gedanke im Hinterkopf sitzt, dass ich schnell weg muss.
      Liebe Grüße, Nicole.

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